Obwohl sich Ende November die Stimmberechtigten im Kanton Waadt in einer konsultativen Abstimmung mit 64,35 Prozent gegen eine unbeschränkte Betriebsbewilligung für das Atomkraftwerk Mühleberg ausgesprochen hatten, hat das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) nun eine unbefristete Bewilligung ausgesprochen.
Kritik am Entscheid des Uvek übten laut Bund SP und Grüne: Mühleberg berge zu viele Risiken, um ohne Befristung betrieben zu werden, sagte Blaise Kropf, Präsident der Grünen Kanton Bern. Das Departement habe begründete Sicherheitsbedenken «offensichtlich nicht berücksichtigt». Von einem Entscheid für eine rückwärtsgewandte Technologie sprach SP-Präsidentin Irène Marti. Die SP halte an ihrer Forderung fest, dass der «Schrottreaktor» Mühleberg spätestens 2012 vom Netz genommen werden müsse. SVP und FDP sprachen dagegen von einem Entscheid zugunsten der Versorgungssicherheit.
- Reaktion der Schweizerischen Energiestiftung: UVEK nimmt Sicherheitsrisiken in Kauf
- Beitrag auf Radio DRS




GENAU BEOBACHTEN
Einer Mehrheit der Stadtberner Stimmbügerinnen und Stimmbürger würde ein neues, grösseres, nur 13 Kilometer von der Stadt entfernte Atom-Kernkraftwerk mit Abfall-Zwischenlager in Mühleberg offensichtlich und mit Recht Angst machen.
Viele Atom-KKW- Fachleute und -Politiker unterschätzen die langfristigen ökonomischen und ökologischen Risiken, im Gegensatz zu ihnen sind darüber die Versicherungsfachleute für Grossrisiken bestens informiert, da geht’s knallhart ums Geld.
Wer sich über viele Jahre mit Alterungs-, Korrosions- und Rissproblemen bei hochbeanspruchten Anlagen und Bauteilen PRAKTISCH, nicht bloss mit schönen Schreibtischtheorien, befasst hat und dabei auch noch seine eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat, wird die Atom-Kernenergiepolitik in den nächsten Jahren sehr genau beobachten.
Peter Affolter, Grossaffoltern